Alles unter einem Dach: Der Radioplayer Deutschland kommt!

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Noch in diesem Monat wird der Radioplayer Deutschland an den Start gehen. Das berichtete jetzt das Online-Radio-Magazin Radioszene. Was hat es damit auf sich? Die Idee stammt eigentlich aus Großbritannien. Dort werden auf der Plattform Radioplayer UK private Radiosender gebündelt direkt zum Anhören angeboten. Gleiches soll auch mit dem Radioplayer Deutschland möglich sein. Die Webradios von größtenteils privaten Sendern sollen auf einer Webseite zentral auffindbar und selbstverständlich auch abspielbar sein. Gleichzeitig binden die beteiligten Sender einen Player auf ihrer Homepage ein und natürlich gibt es auch die passenden (kostenlosen) Apps für Smartphones und Tablets.

Aber wie sieht es eigentlich mit der Nutzung von Webradios aus? Ziemlich gut! Nicht umsonst wurden in der diesjährigen Media-Analyse erstmals auch Webradios mit aufgenommen. Das Ergebnis (ma 2014 IP Audio 2): Die 26 Publisher (Verantwortliche für redaktionelle und werbliche Inhalte / Dachmarke) werden mit ihren 165 Channels (Einzelangebote der Publisher) pro Monat 46 Millionen Mal genutzt. Wer über das Web Radio hört, bleibt durchschnittlich eine Stunde und 18 Minuten dabei. Schon bei der ersten Analyse (ma 2014 IP Audio 1) zeigte sich die Stärke der Webradios: Rund 40 Prozent der Bundesbürger haben schon einmal Radio über das Netz gehört, in der Regel via PC, Laptop oder Tablet. Aber auch das Smartphone spielt bei den Nutzern eine wichtige Rolle. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich die Nutzung von Radio per Smartphone auf 12 Prozent verdoppelt. Bei den jüngeren Usern sind es sogar schon rund 24 Prozent, die auf diese Weise Radio hören.

Und schon bald wird es also über eine zentrale Webseite beziehungsweise eine App möglich sein, sich fast alle privaten Radiosender – und wenn sie sich dafür entscheiden, auch öffentlich-rechtliche – anhören zu können. Aber wie hören die Webradionutzer denn jetzt ihren Sender? Entweder über die Homepage des entsprechenden Radiosenders, die zugehörige App oder aber auch über die Streaming-Dienste radio.de oder TuneIn Radio, die im Prinzip bereits das bieten, was auch der Radioplayer Deutschland verspricht. Mehr noch, auf TuneIn haben die Nutzer die Auswahl zwischen mehr als 50.000 Radiosendern aus der ganzen Welt. Auf radio.de werden über 10.000 nationale und internationale Sender gebündelt, darunter auch Podcasts und kleine Webradios, die von Privatpersonen betrieben werden. Und beide Webseiten und auch ihre Apps scheinen bei den Nutzern beliebt zu sein. Das zeigt sich zum Beispiel an der Platzierung im iTunes Store. Die App von radio.de belegt in den gesamten Downloadcharts Platz 78, in der Kategorie Musik sogar Platz zehn. Die erste App eines Senders befindet sich auf Platz 25 (Antenne Bayern), wirklich regelmäßig erscheinen die Sender-Apps ab Platz 60 (Stand: 05.11.2014).

Ist der Radioplayer Deutschland also womöglich etwa spät dran? Eigentlich ja, und das ist den Betreibern, also den größten deutschen privaten Sendern wie FFH, Antenne Bayern oder auch RTL Radio, durchaus bewusst. Warum dann also trotzdem dieses Projekt? Zum einen sollen so deutsche Radiosender einfacher gefunden werden. Zum anderen sollen die Werbeeinnahmen nicht mehr wie bisher bei den Streamingportalen landen, sondern bei den Sendern selbst. Und nicht zuletzt will man natürlich die Möglichkeiten nutzen, die das Netz für das Radio bietet, nämlich praktisch überall empfangen werden zu können.

Autorin: Iris Mohr

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