Gastbeitrag von PR-Dozentin Birgit Ihlau: „Audio-PR reif für den Lehrplan?“

Audio_PR

Die Menschen wachsen heute mit Internet und sozialen Medien auf, produzieren und verbreiten dort selbst vor allem Fotos und Filme. Dabei kommt die eigene Phantasie zum Zuge, jeder kann bunte Ideen umsetzen und sich über technischen und kreativen Erfolg freuen. Vor diesem Hintergrund scheint Hörfunk fast elitär. Er stellt einen besonderen Anspruch, sowohl in der Produktion als auch im Konsumieren. Denn hören ohne dabei zu sehen, konzentrieren auf nur eine Dimension fällt vielen schwer. Es ist eben komfortabel, sich das Bild im Kopf gleich mitliefern zu lassen statt eigene Phantasien und Kenntnisse in Gang zu setzen.

Der Hörfunk hat jedoch die mediale Wende gut überstanden und sich seine Anhängerschaft – auch bei jungen Leuten – gesichert. Schalteten 2009 noch 67 % der 10-19jährigen täglich das Radio ein, sind es heute bereits 69 %. Ihre Verweildauer ist von 117 auf 129 Minuten gestiegen (+10,3 %). (Quelle: ma2014)

Doch wie sieht die Nutzung dieses Mediums als PR-Tool aus? Wer jahrelang dieselben Kunden betreut, denselben Rahmenvertrag bedient oder für dasselbe Unternehmen spricht, kann Routine kaum vermeiden. Und könnte mit dieser Art der Imagepflege abseits der üblichen Pfade für Abwechslung sorgen. Doch wer als Kunde bei Agenturen nachfragt, bekommt selten ein umfassendes Bild. Viele Berater wissen oft nicht genau, wie Audio-PR funktioniert und was sie alles kann.

Audio-PR wird nicht standardmäßig in der Kommunikationsausbildung gelehrt. Doch sollte sie zum allgemeinen Instrumentarium der Profis in Unternehmen und Agenturen gehören und in der Kommunikationsfortbildung unbedingt zu finden sein. Ich halte es für immens wichtig, die Freiheit der Lehre dazu zu nutzen, auch und gerade unbekanntere Inhalte zu vermitteln. Es hat schon immer Mut und Phantasie gefordert, den Main Stream zu verlassen und Ausgefalleneres einzusetzen. Nach meinen Ausführungen über die breiten und besonderen Einsatzmöglichkeiten der Audio-PR sehe ich gerade bei jungen ZuhörerInnen immer wieder Spaß an gehobenen Ansprüchen und die Lust, Wege jenseits der Standards zu gehen.

Wer seit Jahrzehnten in der Kommunikationsbranche arbeitet, kann sich den neuen Kanälen und Tools nicht verschließen. Beides zusammen führt unweigerlich zur Audio-PR als perfektes Beispiel, wie sich Bewährtes mit Neuem verbindet.

Einfach mal wagen.

Über die Autorin:

Birgit Ihlau ist PR-Dozentin der Akademie für Design und Kommunikation und seit 2011 bei der Deutschen Presseakademie in Berlin. Als Pressesprecherin war sie über 12 Jahre vor allem im internationalen Umfeld wie der Britischen Botschaft, den Vereinten Nationen und dem britischen Fremdenverkehrsamt tätig. Darüber hinaus kennt sie die Öffentlichkeitsarbeit auch als Beraterin einer Hörfunk-PR-Agentur.

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