Neue Medien: Neue Begriffe aus der Welt der Webradios

WebRadios

Radio im Internet: Das ist mehr als nur die Adaption der Ultra-Kurz-Welle auf Bits und Bytes. Radio im Internet ist sehr vielfältig und hat sich längst vor allem bei dem jüngeren Publikum etabliert. 13,2 Millionen Deutsche über 14 Jahre geben an, in den letzten zwei Wochen ein Webradio genutzt zu haben. Das weist eine gerade veröffentlichte Untersuchung des Webradiovermarkters audimark aus. Dabei verfügt der typische Webradionutzer über ein hohes Haushaltsnettoeinkommen (42,6% haben 2.500 Euro; im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ein Plus von 8,5%) und über ein hohes Bildungsniveau (32,1 % mit Fach/oder Hochschulreife / Gesamt: 26,6%).

Die GEMA zählt derzeit 1.990 Webradios und mit der Angebotsbreite sind über die Jahre auch neue Standards und Begrifflichkeiten entstanden. Hier sind einige von ihnen kurz und knapp erklärt.

Online Only-Webradios

Zu den Online Only-Webradios sind Radioprogramme zu zählen, die nur im Internet veröffentlicht werden. Sie unterscheiden sich oft von den UKW-Sendern dadurch, dass sie mit ihren Programm­inhalten oder ihrer Musikfarbe ganz spezielle Zielgruppen ansprechen. Beispiel: Das Eurotransportradio aus Ahlen fährt ein spezielles Programm für LKW-Fahrer und Trucker. Laut Webradiomonitor 2014 gibt es derzeit in Deutschland 1.711 Online Only-Webradios.

Simulcast

Unter Simulcast ist die Übertragung ein und desselben Inhalts über mehrere Kanäle zu verstehen. Das heißt, nahezu alle UKW-Sender sind heute nicht nur über ihre Sendefrequenzen zu erreichen, sondern sie streamen bzw. bieten ihr Programm auch eins zu eins über das Internet an. Zu den am meisten genutzten Streams zählen die Angebote von Antenne Bayern, 1Live sowie Hit Radio FFH.

Radio-Aggregatoren

Radio-Aggregatoren wie Radio.de oder phonostar sind im Prinzip Suchmaschinen für sämtliche Audioangebote im Netz. Das heißt, sie bündeln alle Programme auf einer Plattform, samt der Submarken. Ein recht neues Angebot ist der Radioplayer, der wie die anderen auch alle Sender in einer App anbietet. Das ist recht praktisch, denn so kann man seinen Lieblingssender aus der Region ganz einfach per Handy oder Tablet beim Joggen oder Chillen im Café hören.

Online-UKW-Submarken

Das sind Zusatzangebote von Radiosendern, die nur über das Internet zu empfangen sind und als Ergänzung zu der ursprünglichen Musikfarbe des entsprechenden Senders den Hörern offeriert werden. Das Programm von Antenne Bayern z.B. kann eins zu eins über das Netz gehört werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Inhalte mit den Hits der 80er zu empfangen. Allerdings aus­schließlich online.

User Generated Radio:

Das Besondere am User Generated Radio ist, dass jeder Internetnutzer auf bestimmten Webseiten sein eigenes, individuelles Radio anbieten und verbreiten kann. Das bekannteste Webportal ist Laut.fm, eine Art Mitmach-Radio, das weder dem Anbieter noch dem User etwas kostet. Außerdem übernimmt laut.fm z.B. die evtl. anfallenden GEMA-Gebühren und Streamingkosten.

Webradio-Sessions (Online-Reichweiten)

Die Nutzung von Audioangeboten im Internet wird in Streams gemessen. Eine durchschnittliche Webradio-Session, so die aktuelleren Untersuchungen, dauert etwa 1 Stunde und 18 Minuten. Zu den erfolgreichsten öffentlich-rechtlichen Anbietern zählt die reine Webwelle 1LiveDiggi mit 1,52 Mio. Sessions pro Monat(!). Das meistgehörte Online Only-Webradio ist mit seinen 20 Kanälen RauteMusik mit 11,75 Millionen Sessions im Monat.

Autor: Michael Scheidel: Foto: RadioOffice

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