Musik am Arbeitsplatz: Kreativitätskick oder nerviges Gedudel?

Der eine haut beim kernigen Rock-Song kräftig in die PC-Tastatur, während die Stimme der Kollegin zum aktuellen Schlager glockenklar durchs gesamte Büro schallt. Musik am Arbeitsplatz kann beflügeln aber auch höllisch nerven. Ja, ist sie denn überhaupt erlaubt? Laut Bundesarbeitsgericht sind Radios am Arbeitsplatz grundsätzlich nicht verboten – so lange sich die Kollegen nicht gestört fühlen. Sollte dies so sein, kann der Arbeitgeber den Stecker ziehen. Natürlich auch dann, wenn die Musik so sehr ablenkt, dass es zu Fehlern bei der Arbeit kommt.

Damit das nicht passiert, entscheidet man sich am besten für leise und dezente Klänge. Dann, so Studien, kann Musik sogar die Konzentration erheblich steigern.  Vor allem unsere Lieblingsmusik sorgt dafür, dass wir konzentrierter und effektiver arbeiten – sagen die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut in Leipzig.

Aber der musikalische Genuss am Arbeitsplatz birgt natürlich auch Konfliktpotenzial. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und das gilt auch oder gerade besonders bei der Song-Auswahl. Als Entscheidungshilfe kann hier wie so oft die Wissenschaft zu Rate gezogen werden. Zwei Amerikaner fanden nämlich heraus, dass je nach Art der zu erledigenden Aufgaben, unterschiedliche Musikstile empfehlenswert sind. Bei konzentrierten Arbeiten läuft es am besten mit klassischer oder instrumentaler Musik. Sind die Tätigkeiten einfach gestrickt, dürfen die Lieder auch einen Text haben. Grundsätzlich werden Popsongs, Sommerhits und alles, was musikalisch für gute Laune sorgt, empfohlen. Können sich die Kollegen gar nicht einigen, gibt es ja zum Glück auch noch Kopfhörer – und den Aus-Knopf am Radio.

Autor: Ariane Schmidt-Böckeler; Fotolia

Radio als Markensprachrohr für Familienthemen – rechtliche Fallstricke und PR-Empfehlungen

Gastbeitrag von PR-Beraterin Tomma Rabach und Fachanwalt Dr. Martin Gerecke

Paper family in hands

Die Frage, die sich Unternehmen zu Beginn jeder Kommunikationsplanung stellen sollten, ist die Frage nach dem Ziel. Was wollen wir erreichen? Wen wollen wir erreichen und was sind unsere Botschaften? Erst dann sollte die Entscheidung für oder gegen einen Kommunikationskanal gefällt werden. Die Auswahl scheint groß, kann aber je nach Altersgruppe und Lebenssituation stark variieren. Denn unser Mediennutzungsverhalten hat sich in den vergangenen Jahren gravierend gewandelt. Printmedien kämpfen um Leser, professionelle Blogs stehen klassischen Onlinemedien in nichts nach, soziale Netzwerke sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken und immer mehr Social Media-Kanäle mit neuen Funktionen kommen hinzu. Einen Kommunikationskanal, den viele Unternehmen und Marken außer Acht lassen ist der Hörfunk. Dabei konnte gerade dieses Medium seine Reichweite 2016 ausbauen: 78,7 % der deutschsprachigen Bevölkerung schaltet wochentags ihr Radio ein – für über 4 Stunden! Bemerkenswert ist dabei insbesondere der Anstieg bei den unter 30-Jährigen[1]. Das macht das Radio als Markensprachrohr vor allem für Familien-, Kinder- und Jugendthemen interessant.

Unabhängig davon, ob es sich um werbliche oder redaktionelle Inhalte handelt: Die Ansprache dieser Zielgruppe erfordert eine besondere Vorsicht. Generell gilt: Werbliche Kommunikation muss klar als solche erkennbar sein. Werbung gegenüber Kindern und Jugendlichen unterliegt noch einmal strengeren Regeln. Dies liegt darin begründet, dass Minderjährige Risiken und Verlockungen der Werbung schwerer abschätzen können als Erwachsene.

Daher gilt auch im Radio ein besonderer Schutz durch den Gesetzgeber:

  • Eine direkte werbliche Ansprache in Form der Aufforderung zum Kauf eines Produktes
  • die Aufforderung der Kinder, ihre Eltern zum Kauf zu bewegen
  • die unlautere Ausnutzung des Sammel- und Spieltriebs Minderjähriger
  • die Verleitung zum Abschluss riskanter Geschäfte oder allgemein
  • Kaufaufforderungen, die nicht hinreichend für Minderjährige transparent sind,

sind unzulässig.[2]

An dieser Stelle können PR-„Formate“ die Kommunikationslücke unter Beachtung der o. g. klaren Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten schließen. Während in der Werbung die 1:1-Ausstrahlung der Botschaften im Fokus steht, werden diese in der PR in ein redaktionelles Thema integriert. Dies steht dann im Vordergrund, nicht die Marke oder das Unternehmen, was auch rechtlich notwendig ist, da anderenfalls schnell der Vorwurf der Schleichwerbung gerechtfertigt ist.[3] An dieser Stelle sind also Kreativität und Erfahrung gefragt, um redaktionelle Ansprüche und Unternehmensinteressen miteinander zu verknüpfen.

Die Beiträge müssen unabhängig vom Hörfunk-Format (Interview, redaktioneller Beitrag mit O-Tönen, Podcast, Gewinnspiel …)

  • sachlich
  • neutral und unabhängig und
  • gesellschaftlich-relevant

gestaltet sein.

Genau das macht Hörfunk-PR für die Zielgruppe Eltern besonders spannend. Diese sind stets auf der Suche nach Rat und praktischen Tipps. Ob die Einschätzung eines Experten für das richtige Maß an Süßigkeiten, Ausflugsziele für das bevorstehende Wochenende oder den nächsten Urlaub, ob Tipps für das „Überstehen“ alltäglicher Familiensituationen wie das Drama um das Ins-Bett-Gehen oder die Diskussion einer gesellschaftlich relevanten Fragestellung wie der Genderthematik – redaktionellen Beiträgen wird eine wesentlich höhere Glaubwürdigkeit zugesprochen und damit mehr Aufmerksamkeit geschenkt als klassischen Werbespots. Marken bekommen damit die Möglichkeit, sich im gewünschten Umfeld meist in Alleinstellung zu positionieren und damit klar vom Wettbewerber abzuheben.

Unter Einhaltung audiobedingter Besonderheiten und rechtlicher Vorgaben bietet Hörfunk-PR daher insbesondere für Familienthemen ein bislang wenig ausgeschöpftes Potenzial.

[1] Quelle: http://www.radiozentrale.de/studien-und-daten/radionutzung/ma-2016-radio-ii/.

[2] Gerecke, Werbung gegenüber Kindern und Jugendlichen, NJW 2015, 3185 f.

[3] Nach § 2 Abs. 2 Nr. 8 RStV ist Schleichwerbung die Erwähnung oder Darstellung von Waren, Dienstleistungen, Namen, Marken oder Tätigkeiten eines Herstellers oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Sendungen, wenn sie vom Veranstalter absichtlich zu Werbezwecken vorgesehen ist und mangels Kennzeichnung die Allgemeinheit hinsichtlich des eigentlichen Zwecks dieser Erwähnung oder Darstellung irreführen kann.

Über die Autoren.

tomma_450_300
Tomma Rabach, Inhaberin der Agentur rabach kommunikation (rk), betreut seit über zwölf Jahren Unternehmen in ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie seit fünf Jahren im Bereich Blogger Relations. Ihr ist es wichtig, die Beratung ganzheitlich und proaktiv zu gestalten. Dabei sieht sich die Agentur als Team mit ihren Kunden: als externe Pressestelle, weniger als separate Agentur. Ob klassische Pressearbeit, Strategieentwicklung oder Beratung, Blogger Relations oder Events – rk folgt stets dem Leuchtturmprinzip: Kunden können einen Wegweiser erwarten, der ihnen Orientierung und Sicherheit gibt. Eine Agentur, die Aufmerksamkeit für die Themen ihrer Kunden schafft und ein Team, das mit Herz und Köpfchen dabei ist. Denn der Fokus von rabach kommunikation liegt auf Branchen, von denen sie auch persönlich begeistert sind: Family und Food. Diese Fokussierung schafft Synergien: für Kunden, Journalisten und Blogger. Weitere Informationen unter www.rabach-kommunikation.de
hhgere1
Dr. Martin Gerecke ist Anwalt bei CMS Hasche Sigle in Hamburg berät Unternehmen und Einzelpersonen im Urheberrecht, Presse- und Äußerungsrecht sowie zum Recht der neuen Medien (Domain- und Internetrecht, Social Media, Games, Digital Business). Er beurteilt, schützt und verteidigt den Inhalt von Veröffentlichungen, hilft bei der Bewahrung von Schutzrechten (Urheberrechte, Marken, Designrechte) und sonstigem geistigen Eigentum. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Verhandlung und Gestaltung medienspezifischer Verträge wie Lizenz-, Agentur- oder Künstlerverträge aus den Bereichen Film und TV. Dr. Gerecke verfügt zudem über langjährige Erfahrung im Bereich des Wettbewerbsrechts und befasst sich dort insbesondere mit Rechtsfragen des unlauteren Wettbewerbs und berät bei Gestaltung von Werbe- und Produktmaterialien und Onlineshops. Weitere Infos unter: https://cms.law/de/DEU/People/Martin-Gerecke

Neuer PR-Journal Podcast erschienen! Rückblick für den Monat August

podcast_august

Das PR-Journal ist für viele PR-Berater und Öffentlichkeitsarbeiter eine Pflichtlektüre, um in der Branche auf dem Laufenden zu bleiben. Die wichtigsten News des Monats gibt es auch als hörbaren Rückblick. Ob im Auto oder in der Bahn: Interessierte verpassen nichts mehr. Realisiert wird der „PR-Journal“-Podcast in Kooperation mit RadioOffice, der Agentur für Radio-PR und Audiokommunikation im Internet aus Sankt Augustin.

Unsere Themen im Monat August: (Zeitmarker für Direktanwahl)

Gehaltsentwicklung in der PR-Branche (0:51)

  • Agenturen auf der Jagd nach Nachwuchskräften mit kreativen Ideen (2:28)
  • Mehr Transparenz in der Quartalsberichterstattung bei Unternehmen (4:05)
  • Personalien: Neuzugänge bei BAH, Veolia und ING-DiBa (4:39)
  • Etats: Neukunden für Willich Communications und Sympra (5:45)
  • Gastbeiträge von Heiko Burrack zum Thema Neugeschäft und PR in Wikipedia von Markus Franz (6:41)
  • Ausblick auf die wichtigsten PR-Termine im September (7:54)

Linktipp: Jeder 7. hört sich Podcasts an

set of modern computer devices  - laptop, tablen and phone close up

Podcasts werden gerne belächelt, sind sie ja schließlich nur „Beiwerk“, eine „Spielerei“ oder nur was für Nerds. Nicht wirklich. Podcast sind Audio-Stücke, die informativ, kreativ und künstlerisch sein können – die Möglichkeiten sind vielfältig. In den USA hat man das Potenzial inzwischen erkannt. Dort hat der Podcast „Serial“ einen echten Durchbruch erzielt. Und nach und nach wird auch in Deutschland die Fanbase der Hörstücke immer größer, wie eine aktuelle Umfrage jetzt zeigt. Hier gehts zu den Ergebnissen.

Autor: Iris Mohr; Foto: Fotolia – neirfy

Ergebnisse der MA II 2016: Radio gewinnt junge Hörer

banner_big-ma2016-1

Gestern hat die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. (agma) die Ergebnisse der MA Radio II veröffentlicht. Das Radio erfreut sich weiterhin an einer konstant hohen Reichweite. Die wichtigsten Fakten:

• 78,7 Prozent der Bevölkerung hören täglich Radio. Das sind 865.000 Hörer mehr als bei der letzten Berichterstattung
• Im Schnitt hören die Bundesbürger 242 Minuten Radio – die Verweildauer bleibt damit stabil
• Es gibt in allen Altersgruppen einen Anstieg der Radionutzung

Im Hinblick auf die konkreten Senderreichweiten blieben in einigen Radiostationen die Sektflaschen wohl geschlossen. Antenne Niedersachsen beispielsweise muss einen Verlust von 61.000 Hörern hinnehmen, SWR1 RP verliert 36.000 Hörer und Energy Bremen 23.000. Den prozentual stärksten Rückschlag hat bigFM Saarland mit einem Rückgang von 45,5 Prozent zu verkraften. Aber es gibt auch Grund zur Freude. Zum Beispiel konnte die neue welle ihrer Hörerschaft um 67,9 Prozent vergrößern. Im Hinblick auf die Hörerzahlen gewinnt Klassik Radio 61.000 Hörer hinzu, Bayern 2 32.000 und Hamburg Zwei freut sich über 13.000 Hörer mehr.

Besonders spannend: Bei den Unter-30-Jährigen schalteten im Vergleich zum Vorjahr 3,1 Prozent mehr das Radio ein. Damit liegt der Anteil der jungen Hörer nicht mehr unter 70 Prozent.

Die ausführlichen Ergebnisse der MA Radio II gibt es hier als pdf.

Autorin: Iris Mohr; Foto: radioszene.de

Jobs im Sender: wasmitradio.de

wasmitradio

Ein Radiosender bietet weit mehr Berufsmöglichkeiten als nur die des Moderators. Welche das genau sind, darüber möchte die Initiative „was mit radio“ aufklären. Das Projekt wurde von den Radio-Trainerinnen Yvonne Malak und Marina Riester ins Leben gerufen, beide Mitglied der Grimme-Jury für den Deutschen Radiopreis, die junge Leute für Radioberufe begeistern möchten.

Was macht zum Beispiel der Morgenshow-Anchor? Was muss man als Comedy-Autorin mitbringen? Was als Producer? Und welche Aufgaben hat eine Social-Media-Redakteurin bei einem Sender? Die wichtigsten Infos plus Videos von Radiomitarbeitern, die diese Berufe ausführen, gibt es auf der Webseite www.wasmitradio.de. Außerdem wird erklärt, welche Voraussetzungen nötig sind, wie die Ausbildung aussieht, was man verdienen kann und welche Karrierechancen es gibt.

Als Partner stehen der Initiative alle privaten Radiostationen in Sachsen, die Radiozentrale, die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle, die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien und radiowoche.de zur Seite. Übrigens: Am 28.06.2016 findet in Leipzig und Dresden der erste Radio Casting Day statt. An diesem Tag können Schüler, Studierende oder Auszubildende an Workshops teilnehmen, alles über die Radioberufe erfahren und mit Moderatoren, Produzenten oder Redakteuren sprechen. Interessierte können sich über ein Online-Formular einfach auf der Webseite anmelden.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Screenshot wasmitradio.de

Drive Time: acht von zehn Fahrern hören im Auto Radio

Autobahn

Radio und Autofahren gehören zusammen. Das zeigt einmal mehr eine aktuelle Umfrage des Webradio-Aggregators „Radioplayer UK“ unter Autobesitzern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Demnach hören 84 Prozent der Autofahrer „meistens“ oder sogar „immer“ Radio in ihrem Fahrzeug, 69 Prozent würden auf keinen Fall auf ein Radio verzichten. Selbst beim Kauf eines Neuwagens ist das Radio ein eindeutiges Muss: Acht von zehn Befragten würden sich niemals ein Auto ohne zulegen.

Auffällig dabei: Die Umfrageergebnisse unterscheiden sich kaum in den unterschiedlichen Altersklassen und sind auch unabhängig vom Geschlecht der Befragten und dem Autotyp, den sie fahren. Einigkeit herrscht auch bei den Kosten: 90 Prozent sind der Meinung, dass die Nutzung des Autoradios grundsätzlich kostenlos sein sollte.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch eine österreichische Studie aus dem vergangenen Jahr. Demnach ist Pop nicht nur die beliebteste Musikrichtung im Auto, sondern auch diejenige, die laut Studie den positivsten Einfluss aufs Fahrverhalten habe. Für diese Schlussfolgerung nahm ein Musik-Wissenschaftler zehn Studien der vergangenen 30 Jahre unter die Lupe, die sich mit Musik als Begleitung zu verschiedenen Tätigkeiten beschäftigen. Und er erstellte auch gleichzeitig eine Top 10-Liste der vermeintlich besten englischsprachigen Autofahrer-Hits aus dem Jahr 2015. Neben Hozier auf Platz 1 sind dort auch Ed Sheeran, Ellie Goulding, One Direction und Conchita Wurst zu finden.

Autor: Michael Scheidel; Foto: Fotolia – lassedesignen

Sonderwerbeformen im Radio: Vom Gewinnspiel bis zum Event-Sponsoring

Advertise With Us placard with bokeh background

Wer mit seinem Produkt, seiner Firma oder seiner Idee ins Radio möchte, hat inzwischen viele Optionen. Der Radiospot ist nur eine davon. Die Radiosender bieten Werbekunden auch sogenannte Sonderwerbeformen an. Aber was bedeutet das genau?

Bei den Sonderwerbeformen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die meisten Sender setzen aber auf individuelle Lösungen. Das heißt, abgesehen von den hier aufgeführten Maßnahmen, sind natürlich noch weitere, speziell auf den Kunden zugeschnittene Maßnahmen denkbar.

Gewinnspiel: Ein echter Klassiker. Der Preis, den der Sender verlost, stammt vom Sponsor. Meist gibt es dazu speziell produzierte Claims, die den Sponsor zusätzlich nennen. Häufiges Gewinnspiel: die Verlosung von Reisen oder Städtetrips durch einen Reiseveranstalter

Service-Patronat: Verkehrsnachrichten, Wetter, Börsen-News, Kino- und Veranstaltungstipps oder die Bundesliga-Berichterstattung – all diese Service-Meldungen können von einem Unternehmen „präsentiert“ werden, wie es dann auch on air oft heißt. Unser Tipp: Thematisch sollten Sponsor und Service-Thema zusammenpassen. Wenn nicht, lassen Sie sich beraten, wie man clever einen Dreh herstellt oder ob nicht eine andere Maßnahme besser passt.

Sponsoring einer Sendung: Eine Frühsendung, eine Talkrunde oder eine Ratgeberstunde am Abend – etablierte Sendungen eines Senders können von Werbepartnern gesponsert werden. In der Regel wird dafür ein sogenannter Opener und ein Closer produziert, der dann jeweils an den Anfang und das Ende der Sendung gesetzt wird.

Event-Sponsoring: Dabei bietet es sich an, bekannte Veranstaltungen des Senders zu nutzen, sei es zu Stadtfesten oder auch bei regelmäßigen Party-Reihen. Firmen können zum Beispiel bei der Veranstaltung selbst mittels Bannern auf sich aufmerksam machen, je nach Veranstaltung kann ein Interview möglich sein oder bei den Hinweisen auf die Veranstaltung kann on air ein entsprechender Claim geschaltet werden.

Cross-Media: Damit ist grundsätzlich die Kommunikation über mindestens zwei Kanäle gemeint. Und der zweite Kanal beim Radio ist das World Wide Web. Unterschätzen Sie nicht, welche zusätzliche Reichweite Sie über die Webseite oder die Facebook-Fanpage eines Senders erreichen können. Die Online-Werbung bei einem Sender bezieht sich in der Regel auf eine Banner-Schaltung. Bei einem cross-medialen Konzept können Sie aber auch clever on-air-Promotion und Online-Werbung verbinden. Denkbar ist zum Beispiel ein Gewinnspiel, auf das während der Sendung mit einem Claim hingewiesen wird, und an dem die User dann auf der Webseite des Senders teilnehmen – hier dann noch mal kombiniert mit einem Banner.

Grundsätzlich sollten Sie sich bei diesen Maßnahmen gut beraten lassen. So profitieren Sie von der Erfahrung, dem Know-How der Berater.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Fotolia – gustavofrazao

Hochschulradios: Vom Hörsaal ins Radio

Wie landet man eigentlich beim Radio? Nicht selten führt der Weg über ein Hochschulradio und einige der heutigen Moderatoren und Redakteure haben ihre ersten Hörfunkschritte in einem Studio eines Campus-Senders gemacht. In ganz Deutschland gibt es an vielen Universitäten solche Sender, die meistens ausschließlich von Studierenden in Eigenregie betrieben werden. Am häufigsten wird stundenweise auf der Frequenz eines lokalen Senders gesendet, da es in nur wenigen Bundesländern eigene Lizenzklassen für gibt. Eine gängige Alternative ist inzwischen auch die Verbreitung via Internet. Die Finanzierung wird in den meisten Fällen über einen Verein geregelt, wie zum Beispiel beim Hochschulradio der Universität Bonn und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: bonnFM. Wie sich das Campusradio in Bonn entwickelt hat und warum es sich für radioaffine Studierende lohnen kann, bei einem Uniradio mitzumachen, dazu hat uns Gavin Karlmeier von bonnFM einige Fragen beantwortet.

Herr Karlmeier, wann wurde das Uni-Radio Bonn gegründet und wie kam es dazu?

Die Geschichte von bonnFM ist tatsächlich schon etwas länger und reicht bis ins Jahr 2005 zurück. Damals gab es noch mit dem viel diskutierten „Bonner Modell“ eine Lösung, nach der sich mehrere Campusradios gemeinsam eine Frequenz geteilt haben. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass die Fragmentierung eigentlich nur einen unsinnigen Mehraufwand bedeutet, sodass sich aus diesem Sender zwei Stationen herauskristallisiert haben. Und diese haben dann im Jahr 2013 fusioniert – das war dann tatsächlich die Gründung vom Bonner Campusradio bonnFM, wie man es heute kennt.

Als was versteht sich bonnFM: als Ausbildungsradio? Lokalsender?

Wir sehen uns da in einer ganz komfortablen Position: Zum einen bedienen wir hauptsächlich in Bonn und St. Augustin ein studentisches Publikum mit einem Schwerpunkt auf lokalen Inhalten, sprich: Wenn in der Stadt ein spannendes Konzert stattfindet, wird man es mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst bei uns mitbekommen. Andererseits sind wir ein Ausbildungsradio, bei dem jeder „Neue“ in seiner ersten Schicht ans Mikrofon darf, bei dem die Moderatoren die Reporter ausbilden und bei dem die Mentalität, Wissen weiterzugeben, sehr groß geschrieben wird. Um die Frage also zu beantworten: Sowohl als auch. bonnFM darf sich ausprobieren, darf aber auch Dinge ansprechen, die bei „den Großen“ vielleicht keine Rolle spielen würden. Dass unsere Musikauswahl auch eine eigene Farbe abdeckt, versteht da ja dann vielleicht sogar noch von selbst.

Wer kann bei bonnFM mitmachen? Gibt es irgendwelche Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen?

Grundsätzlich schadet es nicht, wenn man sich für eine journalistische Auseinandersetzung mit Themen interessiert – wenn man Inhalte gerne anschaulich verarbeiten, recherchieren und weiterdenken möchte. Darüber hinaus ist ein Faible für den Hörfunk von großem Vorteil! 😉 Im Grunde aber: Bei uns kann eigentlich jeder mitmachen, in dem er uns eine Mail an ausbildung@bonn.fm schickt.

Und was lernen die Studierenden dort? Und hat die Teilnahme Vorteile für Studierende, die nach dem Studium bei einem Radiosender arbeiten möchten?

Sicherlich gibt der Punkt „bonnFM“ auf dem Lebenslauf am Ende kein Freilos für die weitere Ausbildung in Medienhäusern und Rundfunkanstalten. Dennoch würde ich die Frage mit einem klaren „Ja!“ beantworten. Die Aneignung von Grundlagen, die Möglichkeit, sich journalistisch und am Mikrofon auszuprobieren und die gesammelte Erfahrung, in einem jungen journalistischen Team zusammenzuarbeiten, schaden ganz sicher nicht bei einer Karriere im Radio. Die Vergangenheit zeigt übrigens auch, dass viele, die nun Tag für Tag im Radio (nicht nur) zu hören sind, ihre Anfänge im Campusradio gefunden haben.

Vielen Dank für das Interview!

Wer gerne reinhören möchte: Über UKW in Bonn auf 96,8 MHz oder per Livestream http://bonn.fm/hoeren.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Fotolia, PHOTOMORPHIC PTE.LTD

Webradios: Audioangebote im Netz nähern sich der 10.000er-Marke

hand with display-letters

Schon im letzten Jahr zeichnete sich ein klarer Trend ab: Die Nutzung von Online-Audioangeboten steigt. Und zwar deutlich, wie die aktuellen Vorabergebnisse des Webradiomonitors 2015 der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und des Bundesverbands digitale Wirtschaft zeigen.

Bei der ersten Erhebung im Jahr 2009 wurden noch 1.900 Audioangebote gezählt, im letzten Jahr dann knapp über 2.000. Keine bahnbrechende Steigerung, wenn man den Zeitraum von fünf Jahren berücksichtigt. Dafür gab es in den letzten zwölf Monaten einen starken Zuwachs. 9.792 Webradios stehen den Nutzern derzeit zur Verfügung – Tendenz weiter steigend. Kurz zur Erläuterung: Diese Zahl setzt sich aus verschiedenen Angeboten zusammen. 2014 wurden sieben Angebotsformen erfasst: Online-Only-Webradios, UKW/DAB+ im Internet (also die Kopie der klassischen Radioprogramme als Stream im Netz), die UKW/DAB+ Submarke (Sondersendungen z.B. zu bestimmten Musikrichtungen, die die Sender ausschließlich online anbieten), Musik-Plattformen wie beispielsweise Spotify, Personal Radio und User Generated Radio wie laut.fm sowie Aggregatoren wie radio.de oder phonostar.de, die lediglich die Programme wiedergeben. Weitere Erklärungen dazu gibt es in der Ergebnispräsentation des Webradiomonitors 2014 oder hier im Blog.

Eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Online-Audioangebote spielen Smartphone und Tablet, denn laut Befragung rufen ein Drittel der Nutzer Webradios über mobile Endgeräte ab. Aber: Acht von zehn Usern bestätigten, dass ein begrenztes Datenvolumen im Mobilfunktarif die mobile Nutzung der Audio-Angebote erschwert. Daher wünschten sich die meisten bessere Flatrates für mobile Daten oder auch eine bessere Verbreitung von LTE.

Die ausführlichen Ergebnisse der Befragung sollen am 22. Oktober auf den Medientagen München vorgestellt werden. Vorabinformationen gibt es bei der BLM und bei webradiomonitor.de. Dort stehen auch die Ergebnisse der vergangenen Studien zur Verfügung.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Vldev, Fotolia