Viertausendhertz: Das erste Label für Podcasts

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Hören Sie eigentlich gerne Podcasts? Ich persönlich mag dieses Format sehr gerne. Ich würde mich (nicht nur berufsbedingt) doch als sehr „audioaffin“ bezeichnen. Ich bin zum Beispiel begeisterte Hörbuch-Hörerin. Und auch Podcasts haben meiner Meinung nach viele Vorteile. Zum einen kann ich mir genau das „Programm“ herunterladen, das mich interessiert. Gleichzeitig entdeckt man auch immer wieder echte Überraschungseier. Des Weiteren kann ich mir die Folgen anhören, wann ich möchte und Zeit habe. Und anders als beim Radio – dem klassischen Nebenbei-Medium – ist es bei einem Podcast doch ein intensiveres Hinhören. Gerade wenn ich unterwegs bin und eine gewisse Wartezeit zu überbrücken habe, sind die Podcasts auf meinem Smartphone ein idealer Zeitvertreib. Was mir außerdem gut daran gefällt: Man kann es hören, wenn Begeisterung dahinter steckt.

Diese Begeisterung für Podcasts haben zum Beispiel auch die Gründer des ersten deutschen Podcastlabels Viertausendhertz. Bereits Anfang des Jahres schlossen sich Marie Dippold, Hendrik Efert, Christian Grasse und Nicolas Semak zusammen und riefen die Podcast-Plattform ins Leben. Die Produktionen sollen „Spannung, Information und Unterhaltung mit inspirierendem Sound“ bieten. Das heißt, es dürfen und sollen die Möglichkeiten, die Audio bietet, auch genutzt werden – mit Klängen, Stimmen und Geräuschen. Die ersten Werke stammen hauptsächlich aus den Federn der Gründer, wie zum Beispiel der „Kiezrekorder“ von Nicolas Semak, der Menschen aus der Stadt, die „Helden des Alltags“ interviewt. Begleitet wird der Podcast von Fotografien von Christoph Michael. Ganz anders stellt sich „Nur ein Versuch“ von Hendrik Efert dar, der sich im Klarträumen versucht und in dieser Audioreihe davon berichtet. Wer selbst einen Podcast auf der Plattform veröffentlichen möchte, kann sich an das Viertausendhertz-Team wenden.

Und wie finanziert man so etwas? Durch Sponsoring. Am Anfang und am Ende eines Podcasts ertönt daher ein Werbehinweis. Alle Podcasts können aber kostenlos angehört werden. Das ist entweder auf der Webseite selbst möglich oder über Soundcloud oder man abonniert sie mittels Podcatcher und sie landen direkt auf dem Smartphone oder Tablet.

Autorin: Iris Mohr; Foto: RadioOffice

Projektbeispiel: Game for Good – Spielen gegen das Vergessen

Heute möchten wir eines unserer aktuellen Projekte vorstellen – nicht nur um zu zeigen, wie der klassische gebaute Beitrag aussehen kann, sondern auch weil wir das Thema und die Idee einfach großartig finden. Es geht um das Spiel „Sea Hero Quest“, das von Experten aus Telekommunikation, Gaming und Medizin entwickelt wurde, um die Demenz-Forschung voranzutreiben. Das Prinzip: Jeder, der sich die App herunterlädt und das Spiel spielt, liefert Daten zum Orientierungsverhalten. Diese Daten können dann für die Erforschung der Demenz genutzt werden. Bisher fehlte es in diesem Bereich an Studien mit vielen Probanden. Mit Hilfe des Spiels sollen in kurzer Zeit viele Teilnehmer gewonnen werden. Jeder, der mitmacht, hilft also dabei, die Demenz weiter zu erforschen, sodass früher eine Diagnose gestellt und mit einer entsprechenden Behandlung begonnen werden kann!

Das Spiel kann kostenlos im App Store und bei Google Play heruntergeladen werden. Alle weiteren Infos gibt es unter http://www.seaheroquest.com/.

Der Beitrag kann nach kostenloser Registrierung hier angehört werden.

Die 10 bekanntesten Radio- und Musik-Apps

Interaction hands using mobile apps, concept mobile apps

1/ Audials Radio Free hat eine der größten Radiodatenbanken mit regionalen Radiosendern in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie über 90.000 internationale Internetradios zum Hören und zum Aufnehmen anzubieten. Ganz neu sind weitere 100.000 Podcasts aus den Kategorien News, Infos, Gags und Entertainment!

iTunes / Google Play

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2/ Mit Radio.de kann man sich auf einen Klick über 10.000 Radiosender auf das iPad oder das Smartphone laden. Ganz nett ist auch, dass jedes Lied, welches gerade gespielt wird, angezeigt wird. Eine ganz gute Entscheidungshilfe, ob man den Sender gerade anwählen will. Ein wenig nervig ist nur der Werbespot am Anfang.

iTunes / Google Play 

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3/ Mit  RadioDeck hat man Zugriff auf über 1.000 Sender. Die App ist ebenfalls kostenlos und unter­stützt Airplay, was für iPhone oder iPad-Besitzer durchaus interessant sein kann. Radiodeck ist eine Weiterentwicklung der „Internet Radio Box“. Wen die Werbung am unteren Bildrand stört, der kann sie für 99 Cent pro Jahr (!) entfernen lassen.

iTunes / Google Play

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4/ XiiaLive ist eine sehr umfangreiche und kostenlose Radio-App mit 50.000 hörbaren Angeboten aus dem Netz.

iTunes / Google Play

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5/ TuneIn.  Ist mit mehr als 100.000 Sendern und 4 Millionen Podcasts eine der beliebtesten Apps mit der größten Auswahl an kostenlosen Radiosendern rund um die Themen Sport, Musik, Talk & Nachrichten aus der ganzen Welt. Natürlich auch nicht werbefrei.

iTunes / Google Play 

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6/ Phonostar. Mit dieser App kann man aus 20.000 Radiosendern auswählen. Ganz cool ist die Radio-Cloud. Das heißt, man kann damit bis zu zwei Stunden Sendungen aufnehmen ohne seinen eigenen Webspace unnötig zu belasten. Im Übrigen auch, wenn der Rechner aus ist!

iTunes / Google Play 

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7/ Der Radioplayer wurde erst 2014 von 15 deutschen Privatradios gegründet mit dem Ziel, dass Radio im Netz zu stärken. Nach eigenen Angaben kommt die Plattform jetzt auf über 600 Kanäle (nicht Sender). Mir persönlich gefällt radio.de besser, weil es viel umfassender ist. Aber das ist Geschmackssache.

iTunes / Google Play

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8/ Spotify. Wer auf keinen bestimmten Sender steht, für den kann Spotify eine Alternative sein. Kostet in der Basis-Version nix. Man wählt sich bestimmte Titel je nach Geschmack aus und Spotify passt sich mit der Zeit dann an die persönlichen musikalischen Vorlieben an.

iTunes / Google Play 

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9/ Apple Music. Ist nur die ersten drei Monate kostenlos. Funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie Spotify. Allerdings bietet Apple Music mit Beats 1 einen eigenen Internetsender an, der rund um die Uhr Musik und Interviews sendet.

iTunes / Google Play

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10 / SoundCloud ist ein Online-Musikplattform, auf der sich Künstler kostenlos präsentieren können. Jeder kann dort seine Audiodatei hochladen und nach Angaben von SoundCloud 175 Millionen Nutzern zur Verfügung stellen.  Recht neu ist SoundCloud Go: Ebenfalls ein Streaming-Dienst, der Abonnenten Zugriff auf mehr als 125 Millionen Songs verspricht. Zurzeit gibt es das Angebot nur in den USA für zehn Dollar im Monat (April 2016).

iTunes / Google Play

Die Reihenfolge der aufgeführten Radio- und Musik-Apps stellt keine Wertung dar. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben.

Autor: Michael Scheidel / romas29 – Fotolia

Radio mit TV: Radio 21 startet Radio-Fernsehen

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Über eine Webcam einen Blick ins Studio werfen, Live-Streams von Veranstaltungen oder Bilder von Konzerten: Bei den meisten Sendern steht inzwischen nicht mehr nur „Hören“ auf dem Sendeplan. Die Sender-Webseiten und Social-Media-Kanäle werden rege genutzt, um dem Hörer auch was fürs Auge zu bieten. Das Sendernetzwerk aus Radio 21 und Rockland Radio geht jetzt einen Schritt weiter und hat das erste Radio-Fernsehen gestartet – derzeit noch in Testversion, ein Vollprogramm soll nach vier bis sechs Wochen folgen.

Das Prinzip des Radio-Fernsehens: Zum Audiosignal wird zusätzlich ein Videoprogramm ausgestrahlt, das passend zur laufenden Musik entsprechende Musikvideos sendet. Zusätzlich gibt es Ausschnitte aus dem Studio mit den Moderatoren und Interviewpartnern, Wetter-, Verkehrs- und andere Service-Nachrichten werden mit den passenden Bildmotiven unterlegt. Interessant für Unternehmen: Ergänzend zu den On-Air-Radiospots können in Zukunft auch TV-Spots auf diesem Kanal gesendet werden. Ein neuer Fernsehsender soll so aber nicht entstehen, sondern das Radioprogramm visualisiert werden, so Geschäftsführer Steffen Müller in der Pressemitteilung des Senders.

Wer einmal reinschauen und natürlich auch reinhören möchte: Hier geht’s zum Radio-Fernsehen.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Fotolia – jemastock

Hörtipp: Messages of Refugees – Geschichten von Flüchtlingen jetzt monatlich auf Sendung

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Geschichten über Flüchtlinge gibt es viele. Geschichten von Flüchtlingen, das ist die Idee hinter „Messages of Refugees – Flüchtlingsbotschaften“. Das Gemeinschaftsprojekt von Bayern 2/Zündfunk, den BR-Bildungsprojekten und dem Verein HPKJ (Heilpädagogisch-psychotherapeutische Kinder- und Jugendhilfe) gibt seit August letzten Jahres geflohenen Menschen die Möglichkeit, selbst über ihre Situation und Erlebnisse zu berichten. So können sich die Flüchtlinge in den Diskurs einbringen und gleichzeitig können wir die Menschen kennenlernen, die hinter den Geschichten stehen. Ab dem 1. April erhält dieses Projekt nun auch einen festen Sendeplatz im Bayerischen Rundfunk. Immer am ersten Freitag im Monat werden die Messages of Refugees ab 22.30 Uhr gesendet. Die Webradiostation Refugee Radio Network wird die Sendungen ebenfalls ausstrahlen.

Zusätzliche Infos zum Projekt und alle Geschichten zum Nachhören gibt es unter http://messages-of-refugees.de/.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Fotolia – krsmanovic

Radio im Supermarkt: Was bringt eigentlich Instore Radio?

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Haben Sie schon mal darauf geachtet, was im Supermarkt aus den Lautsprechern kommt? Sollten Sie, denn neben Aufrufen an die Kollegen, eine weitere Kasse zu öffnen oder den Pfandautomaten zu leeren, ertönt häufig ein eigens für das Geschäft konzipiertes „Radioprogramm“. Zu hören ist das zum Beispiel bei Rewe, Penny oder Edeka. Aber was steckt genau dahinter?

Zunächst ähnelt das sogenannte Instore Radio einem gängigen AC-Format. Es gibt (Mainstream-) Musik, Moderation, Nachrichten, Servicebeiträge und sogar Sportmeldungen. Produziert wird das Ganze von Anbietern, die entweder ganze Programmstrecken liefern oder zum Beispiel Werbespots für diese Sendungen anfertigen und vertreiben. Versprochen wird eine Reichweite von 13 Millionen Verbrauchern pro Tag. Das Ziel ist natürlich klar: Der Kunde soll direkt am Point of Sale eine Werbebotschaft bekommen und somit zum Kauf bewegt werden. Aber es soll noch mehr bieten.

Instore Radio soll „den Einkauf verschönern“ und „unterhalten“. Der österreichische Anbieter Radio Max spricht zum Beispiel von einem „entspannten Hörgenuss auf hohem Niveau“ und Marcus Haus, Bereichsleiter Marketing bei Rewe und Rewe Group, erklärt im Interview mit W&V, dass das Radioprogramm im Supermarkt den Einkauf entschleunigen soll. Soweit so gut. Für den eigentlichen Kunden – nämlich den Supermarkt selbst, der schlussendlich für das Radioprogramm bezahlt – gehören auch spezielle Infos ins Programm. Hinweise auf besondere  Angebote oder Aktionen sind Teil der Sendestrecken. Kombiniert werden kann dies wiederum mit redaktionellen Tipps fürs nächste Grillfest (welche Grillsoße ist die beste und zudem gerade noch im Angebot) oder den Frühjahrsputz (mit welchem Reiniger bekomme ich die Fenster wirklich sauber). In der Regel ist es auch möglich, die Aktion mit Werbeaufstellern im Markt zu kombinieren.

Eine weitere interessante Option, die das Instore Radio bietet: die direkte Kommunikation mit den Mitarbeitern oder deren Einbindung ins Programm. Der Anbieter Radio P.O.S. wirbt beispielsweise mit Corporate Content innerhalb des Programms. Das bedeutet, dass Maßnahmen, Slogans und Ähnliches zur Motivation eingebunden, Infos zur Ausbildung im Markt gegeben oder möglicherweise auch Mitarbeiter interviewt werden können.

Grundsätzlich ist ein solches Konzept natürlich nicht nur im Supermarkt denkbar, sondern generell in größeren Geschäften. Aber: Wichtig ist, dass die Zielgruppe im Auge behalten wird. Je vielfältiger diese ist, desto breiter aufgestellt sollte auch ein entsprechendes Instore Programm sein.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Fotolia – Matty Symons

Radio und WhatsApp: Eine gute Kombination?

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Wie sieht die Kommunikation zwischen Radiosender und Hörern heute eigentlich aus? Über welche Kanäle tritt der Sender in Kontakt mit den Hörern und umgekehrt? Die Möglichkeiten sind inzwischen vielfältig. Der Klassiker ist nach wie vor das Telefon. Viele greifen einfach zum Hörer, um zum Beispiel Staus oder Verkehrsmeldungen durchzugeben, Musikwünsche zu äußern und natürlich an Gewinnspielen teilzunehmen. Außerdem stehen den Hörern E-Mail, Kontaktformular auf der Webseite und natürlich auch soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter zur Verfügung. In welcher Form das genutzt werden kann,  zeigt zum Beispiel dieser Gastbeitrag von Antonius Nolden.

Immer mehr Sender setzen mittlerweile auch auf WhatsApp als Kommunikationskanal. Kein Wunder, denn die Smartphonebesitzer, die den Messenger nicht nutzen, sind inzwischen eine echte Ausnahme. Radio Hamburg, Hitradio RTL, Radio Arabella München, RSA Radio und viele weitere Radiostationen in Deutschland geben auf ihren Webseiten „ihre“ Handynummer an, die die Hörer im Smartphone speichern können. Der Sender erscheint dann als Kontakt bei WhatsApp und schon können Nachrichten, zum Beispiel Verkehrs- oder Wettermeldungen, ins Studio geschickt werden. Eine andere Variante bietet beispielsweise Antenne 1. Hier können sich die User über die Internetseite zu einer Art WhatsApp-Newsletter anmelden. Die Radiohörer erhalten online die Handynummer, die abgespeichert wird, und so landen regelmäßig Neuigkeiten, Gewinnspiele und Infos zu anderen Aktionen auf den Smartphones der sogenannten „WhatsApp-Insider“. Die Nutzer können sich jederzeit auch wieder von diesem Handy-Newsletter abmelden.

Aber wie sieht diese Art der WhatsApp-Nutzung eigentlich aus rechtlicher Sicht aus? Der Messenger selbst untersagt die kommerzielle Nutzung des Dienstes in seinen AGB, ganz besonders das Werben neuer Kunden erlaubt WhatsApp nicht. Was passiert, wenn man gegen die AGB verstößt? Ganz einfach, der Account wird gesperrt. So erging es im November auch BAYERN 3. Dort wurde dieser Umstand jedoch gleich für einen entsprechenden Facebook-Post genutzt, der immerhin über 100 Gefällt-mir-Angaben erhielt. Konsequent scheint die Sperrung entsprechender Accounts von WhatsApp jedoch nicht verfolgt zu werden, ansonsten könnten die Sender diesen Modus nicht bereits seit längerer Zeit anbieten. Und: In den meisten Fällen wenden sich die Hörer aktiv per Messenger an den Sender. Und im umgekehrten Fall von Antenne 1, müssen sich die User aktiv für diesen Nutzungsweg anmelden. Sprich: Sie stimmen im Vorfeld also zu, via Smartphone Nachrichten dieser Art zu erhalten. Wird sich WhatsApp als Top-07Kommunikationskanal zwischen Sender und Hörer durchsetzen? Für mich sieht es nicht danach aus. Messenger als einen zusätzlichen Weg anzubieten, mit dem Lieblingsradio in Kontakt zu treten, scheint aber kein schlechtes Prinzip zu sein. Eines sollten die Sender jedoch bedenken: Kommt es doch aufgrund der AGB zur Sperrung des Accounts, ist dieser Weg zum Hörer abgeschnitten und eine neue Nummer muss kommuniziert werden. Inwieweit sich dieser „Aufwand“ dann lohnt und ob die Hörer gewillt sind, dies mehrfach zu tun, steht auf einem anderen Blatt.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Fotolia – Cienpies Design&Communication

Drive Time: acht von zehn Fahrern hören im Auto Radio

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Radio und Autofahren gehören zusammen. Das zeigt einmal mehr eine aktuelle Umfrage des Webradio-Aggregators „Radioplayer UK“ unter Autobesitzern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Demnach hören 84 Prozent der Autofahrer „meistens“ oder sogar „immer“ Radio in ihrem Fahrzeug, 69 Prozent würden auf keinen Fall auf ein Radio verzichten. Selbst beim Kauf eines Neuwagens ist das Radio ein eindeutiges Muss: Acht von zehn Befragten würden sich niemals ein Auto ohne zulegen.

Auffällig dabei: Die Umfrageergebnisse unterscheiden sich kaum in den unterschiedlichen Altersklassen und sind auch unabhängig vom Geschlecht der Befragten und dem Autotyp, den sie fahren. Einigkeit herrscht auch bei den Kosten: 90 Prozent sind der Meinung, dass die Nutzung des Autoradios grundsätzlich kostenlos sein sollte.

Interessant ist in dem Zusammenhang auch eine österreichische Studie aus dem vergangenen Jahr. Demnach ist Pop nicht nur die beliebteste Musikrichtung im Auto, sondern auch diejenige, die laut Studie den positivsten Einfluss aufs Fahrverhalten habe. Für diese Schlussfolgerung nahm ein Musik-Wissenschaftler zehn Studien der vergangenen 30 Jahre unter die Lupe, die sich mit Musik als Begleitung zu verschiedenen Tätigkeiten beschäftigen. Und er erstellte auch gleichzeitig eine Top 10-Liste der vermeintlich besten englischsprachigen Autofahrer-Hits aus dem Jahr 2015. Neben Hozier auf Platz 1 sind dort auch Ed Sheeran, Ellie Goulding, One Direction und Conchita Wurst zu finden.

Autor: Michael Scheidel; Foto: Fotolia – lassedesignen

VPRT Mediennutzungsanalyse 2015: Radio und Fernsehen liegen vorn

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In der Mediennutzung der Deutschen liegen Radio und Fernsehen vorne. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der VPRT-Mediennutzungsanalyse 2015. Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. fungiert als Interessenvertretung für private Rundfunk- und Telemedienunternehmen und hat rund 140 Mitglieder. Die Analyse, die auf Drittquellen wie zum Beispiel der ag.ma, der Verbrauchs- und Medienanalyse und der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung basiert, zeigte außerdem, dass die Rolle von mobilen Angeboten, von Audio- und Video-on-Demand sowie Smart-Radio und Smart-TV bedeutender wird. Dies deckt sich zum Beispiel auch mit einigen Ergebnissen der Age-of-Ears-Studie des  Marktforschungsinstituts Facit Media Efficiency, die vor allem eine Zunahme in der mobilen Audionutzung sieht.

Grundsätzlich nutzten die Bundesbürger im letzten Jahr zehn Stunden pro Tag Medien. Davon entfielen drei Stunden und 43 Minuten auf das Fernsehen (hier ist im Übrigen die Bevölkerung ab drei(!) Jahren gemeint) und drei Stunden und zehn Minuten auf das Radiohören (dabei wurden Menschen ab zehn Jahren berücksichtigt). Insgesamt erreichte TV eine Tagesreichweite von 69,1 Prozent, Radio schaffte sogar 77,4 Prozent. Das Radio begleitete die Deutschen vor allem vom Morgen an bis in den Nachmittag hinein, das Fernsehen dagegen wurde am meisten am Abend genutzt.

Die Nutzung des Internets belief sich am Tag auf ungefähr eine Stunde. Für mich als Digital Native – also mehr oder weniger mit dem Internet aufgewachsen – klingt eine Stunde zunächst wenig. Und darin liegt auch der Knackpunkt. Denn (noch?) ist die Häufigkeit der Internetnutzung eine Frage des Alters. Das zeigt sich zum Beispiel in der ARD/ZDF Onlinestudie 2015. Während bei den 14- bis 29-Jährigen über 90 Prozent angeben, das Internet täglich zu nutzen, sind es bei den über 60-Jährigen nur knapp 30 Prozent. Diese Altersgruppe zeigt aber über die Jahre eine kontinuierliche Steigerung, sprich: Die Gruppe der über 60-Jährigen, die täglich das Web nutzen, wird von Jahr zu Jahr größer. Bei der Nutzung von TV und Radio ist dieser Unterschied in Sachen Alter der User nicht derart groß. Im Gegenteil, wie eine Umfrage des Statistik-Portals statista.com verdeutlicht: Von den 18- bis 69-Jährigen liegt die Fernsehnutzung in jeder Altersklasse über 90 Prozent. Beim Radio ist der Unterschied minimal größer. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 66 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 74 und bei den 50- bis 69-Jährigen sind es 75 Prozent, die angeben, Radio zu hören.

Noch ein kurzer Blick auf die mobile Internetnutzung: Fast 55 Prozent gingen laut der Mediennutzungsanalyse des VPRT mobil ins Netz. Die Portale der privaten Audio-, TV- und Radioanbieter erreichten eine Nettoreichweite von fast 37 Millionen. Das heißt im Umkehrschluss, dass allein diese Anbieter jeden zweiten Internetnutzer ab zehn Jahren erreichten. Portale wie YouTube oder Spotify sind darin nicht einmal mit eingerechnet. Und diese Zahl zeigt wieder einmal, welches Reichweitenpotenzial in der mobilen Internetnutzung steckt.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Screenshot http://www.vprt.de/

Weniger Werbung im WDR-Radio soll die Medienvielfalt stärken

News & InfoVor ein paar Tagen hat der NRW-Landtag ein neues Gesetz zur Reduzierung von Werbung im WDR-Rundfunk beschlossen. Dieses sieht vor, dass der WDR ab 2017 seine Werbung auf täglich maximal 75 Minuten begrenzen muss. Ab 2019 auf 60 Minuten täglich. Davon sollen, so im Wesentlichen die Aussagen der Fraktionsvorsitzenden der GRÜNEN und der SPD, die vielen Lokalradios, „die sich in einer angespannten finanziellen Situation befinden“, profitieren. Außerdem solle so der „Erhalt der vielfältigen Lokalradiolandschaft“ gesichert werden.

Eine „kurzsichtige Entscheidung“ sei die Kürzung der Werbezeiten zu Lasten des WDR, sagte Intendant Tom Buhrow enttäuscht und kündigte Kürzungen an. Und auch Elke Schneiderbanger  vom nationalen Radiovermarkter ARD-Werbung SALES & SERVICES sieht in der Werberedu­zierung und dem damit verbundenen Einnahmeausfall von mehreren Millionen Euro die Gefahr, dass sich dies auf die Rundfunkgebühren auswirken könne. In einer Zeit, in der die Budgets im Zweifel zu den Online-Medien wandern, sei dies ein markt­gefährdender Eingriff, der für das Radio brandgefährlich sei. Und Oliver Adrian, Geschäfts­führer des nationalen Radiovermarkters AS&S Radio spricht von einer Be­schädigung des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

Ganz anders äußerte sich dazu der Vorsitzende des DJV-NRW Frank Stach: „Die Politik habe dafür zu sorgen, dass der Lokalfunk in NRW wettbewerbsfähig bleibt.“ Mahnte allerdings an, dass die politischen Akteure für einen „finanziellen Ausgleich“ ebenfalls Sorge zu tragen haben. Die Interessenvertretung der privaten Radiosender begrüßte den Be­schluss als „richtungsweisend“ auch für weitere Bundesländer wie Bayern zum Beispiel, die ebenfalls über einen flächendeckenden Lokalfunk verfügen.

Wer mehr Infos zu dem Thema will, wird in der Radioszene oder auch beim Deutschlandfunk fündig.

Meine persönliche Meinung dazu:

„Grundsätzlich finde ich es gut, wenn das Duale Rundfunksystem durch solche Maßnahmen gestärkt bleibt. Schließlich verfügen die öffentlich-rechtlichen Sender mit dem Rundfunk­beitrag über gesicherte Einnahmen (8,3 Milliarden Euro im Jahr) plus der Werbeerlöse, die mit geschätzten 950 Millionen Euro nur 14,5 % der Gesamteinnahmen ausmachen. Das heißt, sie nagen insgesamt wahrlich nicht am Hungertuch. Die privaten Sender, die in NRW mit 45 Redaktionen vertreten sind, bekommen keinen Cent von Vater Staat und finanzieren sich ausschließlich über Sponsoren. Ich denke, da kann man ruhig einen Teil des Werbekuchens abgeben und muss auch nicht sofort nach „ausgleichender Gerechtigkeit“ rufen. Natürlich ist das neue Gesetz eine verdeckte Subvention der Privaten und man kann sicher gespaltener Meinung über Markteingriffe dieser Art sein. Aber von einem marktgefährdenden Eingriff zu sprechen, der für das Radio brandgefährlich ist, halte ich für arg übertrieben. Gefährlich wird es erst, wenn die Chefredakteure in den Lokalsendern sich zurücklehnen und nicht mehr an informativen, attraktiven und innovativen Programmen und Inhalten arbeiten, die die Leute neben dem öffentlich-rechtlichen Auftrag noch interessieren. Und da bin ich persönlich der Meinung, wäre ein kleiner Wandel wieder mehr hin zur Information und weniger Musik nicht der schlechteste – auch wenn es nicht leicht ist.“

Autor: Michael Scheidel / Marco2811 – Fotolia