Lesetipp: Wie viel digitale interaktive Audio-Werbung geht schon?

Eine Stimme sagt: „Schüttel Dein Smartphone und Du bekommst von uns einen Einkaufsgutschein im Wert von 25 Euro“. Ein ähnliches Szenario beschreibt Frank Bachér, Digitalvermarkter bei der RMS in Hamburg. Er glaubt, dass interaktive Elemente in der Online-Werbung bald keine Zukunftsmusik mehr sind und ist davon überzeugt, dass künftig weniger auf Displays getippt und dafür mehr mit verschiedensten Geräten sprachlich interagiert wird.

Schließlich würden in den USA schon sieben Prozent der über 12-jährigen einen so genannten Smart-Speaker besitzen, der per Sprachsteuerung bedient wird. Das sind diese drahtlosen Lautsprecher aus der Werbung, die Schwangeren ihr Taxi rufen während der Mann auf der Bettkante die Geburtsvorbereitung durchspielt.

Diese und weitere Ansätze über die Entwicklung von Audio und digitaler Werbung finden Sie zusammengefasst in einem Gastbeitrag von Frank Bachér in der ONEtoONE – New Marketing. Aus unserer Sicht ein interessanter Artikel.

Autor: Michael Scheidel; Fotolia

Am Ohr der Zeit: Politik-Podcasts im Superwahljahr

Wer sich mit Podcasts beschäftigt, liest derzeit nur Positives. Podcasts seien das boomende Genre im Medienmarkt, liegen im Trend wie nie, entwachsen dem langjährigen Nischendasein und seien im Vergleich zu den USA bei uns noch „unterentwickelt“. Mag ja sein, doch klar ist eigentlich nur: Pod­casts sind unter anderem deshalb so großartig, weil sie zu jeder Zeit auf dem Handy, iPad oder PC verfügbar sind und weil das Angebot mittlerweile so groß ist, dass man sich wirklich sein eigenes Radio zusammenstellen kann. Das sah vor ein paar Jahren noch anders aus.

Bestes Beispiel: Politik-Podcasts, und zwar solche, in denen Journalisten im Superwahljahr 2017 das aktuelle Geschehen kommentieren und dabei ein eigenes Format kreieren, das sich von den üblichen TV-Diskussionsrunden unterscheidet.

Seit Mitte März geht zum Beispiel der Spiegel-Online-Podcast „Stimmenfang“ der Frage nach, was Deutschland im Superwahljahr wirklich bewegt. Ein Projekt mit interessanten Themen, bei der auch die Wählerinnen und Wähler zu Wort kommen. Deutlich länger auf Sendung ist der Podcast „Zur Lage der Nation“, in dem der Journalist Philip Banse und der Jurist Ulf Burmeyer einen politischen Wochenrückblick präsentieren und das politische Geschehen von der US-Außen-Politik über die Frankreich-Wahl bis hin zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz Revue passieren lassen. „Der Schulzcast“, ebenfalls seit März auf Sendung, beschäftigt sich ausschließlich mit dem SPD-Politiker und Kanzlerkandidaten. Und der Aufwachen!-Podcast von Tilo Jung und Stefan Schulz hat schon 197 Folgen auf dem Buckel; auf seiner Webseite übrigens mit einem eigenen Diskussionsforum.

Neben diesen Angeboten gibt es noch etliche von öffentlich-rechtlichen TV-, Radio- und Online­-Sendern wie Detektor fm z.B., die ihre Sendungen größtenteils zum Nachhören ins Netz stellen. Eine ganz gute Gesamtübersicht ist bei iTunes zu finden!

Autor: Michael Scheidel; Fotolia

„Geht das nicht auch per Telefon?“ – Warum Face-2-Face-Interviews nicht ersetzbar sind

„Das Interview ist einer der wichtigsten Bausteine für die Produktion eines Radio-Beitrags. Nur mit sauberen O-Tönen aus einem Face-to-Face-Interview kann im Anschluss auch ein sendefähiger Beitrag erstellt werden.“ Diese beiden Sätze stammen einem unserer ersten Blogartikel und auch ein paar Jahre später hat sich meiner Meinung nach nichts daran geändert. Ein guter PR-Beitrag braucht saubere O-Töne. Und die werden in einem Face-to-Face-Interview aufgezeichnet.

Trotzdem treffen wir bei Anfragen oder der Umsetzung von Radiobeiträgen immer wieder auf die Frage: „Können Sie die O-Töne auch per Telefon aufnehmen?“ Klar, können wir. Aber in den meisten Fällen raten wir davon ab. Warum? Ganz einfach: Für uns zählt die Qualität. Wir bieten unseren Sendern nur Beiträge an, die einwandfrei produziert sind. Und dazu gehört auch ein sauberer O-Ton. In manchen Fällen mag ein Telefon-O-Ton gerechtfertigt sein. Ein sehr prominenter Interviewpartner, der terminlich so eingebunden ist, dass ein direktes Interview nicht möglich ist, zum Beispiel. Doch in der Regel lohnt sich die „Mühe“.

Und dabei geht es nicht nur um Aufnahmetechnik, also das Equipment. Ein erfahrener Redakteur kann Fragen rund um das Projekt beantworten (Wie lange brauchen wir? Was passiert als nächstes mit den Aufnahmen?), er kann die Aufnahmeräumlichkeiten einschätzen (zu groß, zu viel Hall, zu laut, zu viele Nebengeräusche) und kann auf die mögliche Nervosität des Interviewpartners eingehen. Und er führt den Experten durch das Interview. Durch ein direktes Gegenüber entsteht eine wesentlich authentischere Gesprächssituation. Verliert der Interviewpartner den Faden, verhaspelt sich oder gibt zu ausschweifende Antworten, kann der Interviewer darauf reagieren, die Fragen anders stellen, das Interview kurz unterbrechen und noch ein paar Tipps geben. Es entstehen qualitativ hochwertige O-Töne, die die Basis für einen ebenfalls hochwertigen Beitrag sind.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Fotolia – HieroGraphic

Lesetipps für Podcaster: „Länger ist nicht besser!“

Zwei Artikel zum Thema „Podcasting“ sind uns in letzter Zeit aufgefallen.

Vincent Kittmann vom Podcast-Vermarkter OMR blickt in die Glaskugel und stellt uns die aus seiner Sicht wichtigsten Trends für 2017 vor. Er setzt auf Spotify und Audible, die die kleine, aber feine Podcastszene in Deutschland beflügeln könnten. Hier geht’s zum Artikel in der Horizont.

Und der selbsternannte „Radio-Futurologe“ James Cridland fasst auf Radioszene.de unter anderem zusammen, welche Kriterien ein Podcast erfüllen sollte, um attraktiv zu sein. Außerdem sagt er, wie man neue Zuhörer für seinen Podcast gewinnen kann.

Fotolia Marco2811 / Autor: Michael Scheidel

Ergebnisse der MA Radio I 2017: Weiter stabile Radionutzung

Die Radionutzer bleiben ihrem Medium weiterhin treu: Über alle Zielgruppen hinweg bleibt die Radionutzung im Vergleich zu den Vorjahren stabil. Das ist das Ergebnis der MA Radio I 2017 der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse. Die Eckdaten zeigen, dass 78,1 Prozent der deutschen Bevölkerung werktags Radio hören. Die Verweildauer bleibt mit 241 Minuten, also über vier Stunden täglich, konstant hoch.

Die detaillierten Ergebnisse gibt es hier zum Download.

Foto: Screenshot Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V.

Der PR-Journal Monatsrückblick: Die Meldungen aus dem Februar

Die folgenden Themen können Sie direkt anwählen:

  • Edelman-Trustbarometer: Vertrauenskrise gefährdet unsere Demokratie (1:14)
  • StepStone Gehaltsreport: 10 Prozent plus für die Branche (2:06)
  • Ketchum Pleon baut um und entlässt 18 Mitarbeiter (2:49)
  • Pfeffer startet PR-Agentur Umsatz- und Mitarbeiterranking (3:27)
  • Personalien: Schichtwechsel bei VW und Skoda (4:04)
  • Etats: achtung! gewinnt JimDrive, Storymaker kommuniziert für den Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken und Mazda Europe, Palmer Hargreaves launcht Kampagne für Brenntag AG (5:37)
  • Agenturen: komm.passion veranstaltet Ethik-Tag (6:20)
  • Autorenbeiträge von Jörg Forthmann und Kerstin Hoffmann (7:01)
  • Sprache in der PR: letzter Teil der Serie „Wortfetzen“ (7:25)
  • Deutscher PR-Preis: Die Nominierten stehen fest (7:57)
  • GPRA im Dialog: Fink und Fuchs stellt sich vor (8:30)

Mediennutzung 2016: VPRT-Analyse sieht Radio und TV ganz vorne

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. hat die Ergebnisse seiner Mediennutzungsanalyse 2016 veröffentlicht. Daraus geht hervor: Radio und Fernsehen sind weiterhin die meist genutzten Medien in Deutschland.

Jeden Tag verbringen die Deutschen zehn Stunden mit Medien, davon mehr als acht Stunden mit audiovisuellen Medien. Gerade Radio und Fernsehen zeichnen sich durch ihre hohe Verweildauer aus. Pro Tag sehen die Menschen ab 14 Jahren drei Stunden und 43 Minuten fern, beim Radio bleiben sie drei Stunden und zehn Minuten dran. Insgesamt sehen über 90 Prozent regelmäßig fern und hören Radio.

Natürlich gewinnt das Internet weiter an Bedeutung. 78 Prozent der Bundesbürger sind mindestens monatlich online. Die Onliner verbringen eine Stunde und 19 Minuten täglich im Netz. Rund die Hälfte der Zeit wird übrigens für das Streamen von Video- und Audioinhalten genutzt. Radio hören bedeutet längst nicht mehr, nur das Radiogerät einzuschalten. Das zeigen auch die IVW-Abrufzahlen der Web- und Audioportale. Allein im Januar konnte beispielsweise der Aggregator radio.de über 23 Millionen Visits verzeichnen. Die Abrufzahlen finden Sie hier. Die ausführlichen Ergebnisse der VPRT Analyse hier.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Fotolia – Marco2811

Der ASAP-Kunde

Sie schreiben auch gerne Angebote und Konzepte? Am liebsten crossmedial im Multitasking-Stil, für umme, freitagsmorgens (Abgabetermin bis 17 Uhr), und, weil wir ja „Internationals“ sind, gerne auch bilingual? Ja klar, muss sein, schließlich ist der Kunde ja König! Machen wir!

Wir machen übrigens auch aus jedem Briefing etwas. Wenn z.B. geschrieben steht, „Hallo, wir möchten gerne ins Radio. Wir brauchen bis 15 Uhr eine Kalkulation!“ Dann sagen wir nicht huch, nein, nein, wir sagen logo, natürlich. „Ach ja, und wenn es Rückfragen gibt, erreichen Sie mich mobil unter … auch am Wochenende.“ Sicher. Da brauche ich Sie nicht anzurufen. Wozu denn auch?

Radio gibt es zum Einheitspreis. Egal, ob Sie einen Beitrag, eine Meldung, ein Gewinnspiel, einen O-Ton, ein Interview oder ein Infomercial wollen. Kostet alles dasselbe. Spielt auch keine Rolle, ob und wie oft der oder die Takes ausgestrahlt werden sollen. Oder ob es sich um Radio Donnersberg oder Antenne Bayern handelt … Völlig wurscht. Drei Euro fuffzig und fertig. Radio ist einfach, unkompliziert und nicht umsonst das schnellste Medium der Welt, ne.

Ebenfalls super. Stellen Sie sich vor, Sie schaffen es, das Konzept innerhalb eines Tages durchs WWW zu schicken und denken sich, hey, hab‘ ich anhand des Briefings doch toll hinbekommen. Da meldet sich bestimmt jemand und schreibt wenigstens ein kurzes „ist angekommen“. Und dann  … nichts. 14 Tage, 1 Monat. Sie machen sich Sorgen. Es sollte doch so dringend sein. Ist die E-Mail vielleicht verschluckt worden. Hab‘ ich sie auch wirklich abgesendet? Ja, steht unter „gesendete Objekte“.

Sie entschließen sich anzurufen. Und dann … der rund-um-die-Uhr-am-Wochenende-erreichbare-Kollege ist im Urlaub? Das kann doch nicht sein! Oder noch besser ist die Aussage: „Der Kunde hat sich noch nicht entschieden.“ Aber, hey, die Zeit drängte doch, denkst du dir. War ein Monat nicht genug Zeit zum Überlegen? Oder: „Sorry, aber wir haben uns für jemanden anderes entschieden. Der hat uns einen besseren Preis gemacht.“ Wie hat der das gemacht, denke ich mir, es gab doch keine Budgetvorgabe, geschweige denn ein detailliertes Briefing? Wir sollten doch erstmal nur ver­schiedene Umsetzungsvorschläge machen.

Toll sind auch Ausschreibungen. „Wir möchten gerne 10 mal pro Jahr ins Radio. Bitte er­stellen Sie uns einen Kostenplan inklusive CD-Versand. Sollten Sie mit dem Auto zu den Interviews fahren, gibt es 0,03 Cent pro Kilometer. Und seien Sie doch so nett und produzieren Sie uns ein paar Hörproben auf eigene Rechnung. Am besten zu einem vorgegebenen Thema mit ein paar O-Tönen von Experten, damit wir über­prüfen können, ob sie den „Eignungstest“ auch bestehen. Bewertet werden dann neben dem Preis noch die Arbeitsproben nach einem Punktesystem“ … Je mehr Points, desto besser. Klar. Null ist übrigens keine Leistung. Das heißt, da wird wohl tatsächlich damit gerechnet, dass jemand ein leeres Blatt abgibt?

Ach ja, wenn Sie Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, heißt es in der Aus­schreibung. Letztenendes ist es allerdings häufig eher so, dass man sich freuen kann, wenn man innerhalb von zwölf Monaten überhaupt eine Rückmeldung erhält.

ASAP-Kunden hat es schon immer gegeben. Schade ist nur, dass der Umgang zwischen Kunde und Dienstleister immer schroffer wird, so meine Beobachtung. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn gegenseitige Rücksichtnahme wieder deutlicher gelebt würde. Es muss kein Anruf sein, aber wenigstens eine E-Mail wäre ein Ansatz von Respekt gegenüber der erbrachten Vor(denk)leistung des Dienstleisters. Ein DANKE hilft dabei schon … besonders, wenn es mal wieder ASAP gehen muss.

Autor: Michael Scheidel

Der PR-Journal Podcast mit den wichtigsten Themen aus dem Monat Januar

Die folgenden Themen können Sie direkt anwählen:

  • PR-Kreativ-Ranking: Ketchum Pleon auf Platz eins (0:54)
  • Umfrage: Unternehmenskommunikation im Wandel (2:10)
  • Fake News: Agenturen positionieren sich (2:51)
  • Personalien: Zahlreiche Jobwechsel schon zu Jahresanfang (4:18)
  • Etats: IKmedia seit über zehn Jahren für ABT Sportsline tätig (6:00)
  • Autorenbeiträge: Frank Sanders zu den Entwicklungen in der Unternehmenskommunikation, Jens Cornelißen über seine ersten 100 Tage auf Unternehmensseite und Jörg Forthmann zu erfolgreichen Social-Media-Strategien (6:45)
  • Jahresbilanz für das PR-Journal (8:05)

Facebook testet Audio-Streaming

Wer in sozialen Netzwerken unterwegs ist, wird nicht abstreiten können, dass Fotos und Videos dort sehr prominent erscheinen. Kein Wunder, schließlich sorgt ein Bild für mehr Aufmerksamkeit beim Betrachter. Eher vernachlässigt wurde bislang der Audio-Bereich. Doch das soll sich nun ändern.

Wie Facebook in seinem Blog angekündigt hat, wird derzeit die „Live Audio“-Funktion unter anderem mit dem BBC und dem Buchverlag Harper Collins getestet. Die Idee: Wie beim Video-Pendant „Facebook Live“ sollen User künftig die Möglichkeit haben via App ihre Stimme, ein Podcast, eine Lesung oder Ähnliches direkt ins Netzwerk zu streamen. Die anderen Netzwerkmitglieder können mit Kommentaren oder Emojis direkt darauf reagieren.

Während früher Audio-Dateien direkt über Facebook geteilt werden konnten, ist heute nur der Weg über den Link einer externen Webseite möglich. Die Variante Audio-Inhalte live streamen zu können, bietet viele neue Optionen – nicht nur für Podcaster. Denkbar wäre auch, ausgewählte Radiosendungen live einzuspielen. Wie die technische Umsetzung aussehen wird, bleibt zunächst noch abzuwarten. Größer angelegte Tests für die Nutzer sind Anfang dieses Jahres geplant.

Autorin: Iris Mohr; Foto: Fotolia – ra2studio